![]() |
Zuchtwissen von A bis Z
|
![]() |
|
|
||
|
Nach und nach soll hier ein Lexikon mit den Schwerpunkten Zucht und Gesundheit entstehen. Wichtige Begriffe rund um die Zucht werden kurz erklärt, im Bedarfsfall auch ausführlicher. Eure Fragen können helfen, dieses Lexikon zu füllen - Klickt auf das Fragezeichen und sendet uns den Begriff den ihr erklärt haben möchtet! |
||
|
|
|
|
|
Anorchismus Überhaupt kein Hoden wurde angelegt; der Rüde ist in seiner körperlichen und seelischen Entwicklung deutlich gestört, da seinem Körper die (ebenfalls in den Hoden produzierten) Sexualhormone fehlen. |
||
|
Atemfrequenz siehe: Körperwerte |
||
Augenkrankheiten,
angeboren
Angeborene oder kongenitale Krankheiten sind bei der Geburt bereits vorhanden oder manifestieren sich kurz danach. |
||
Augenkrankheiten,
erworbene
Erworbene Augenkrankheiten manifestieren sich erst später im Leben eines Tieres. Einige Krankheiten werden für den Hundezüchter oder -besitzer sogar erst im Alter von acht und mehr Jahren erkennbar, was die züchterische Prophylaxe solcher Krankheiten natürlich erheblich erschwert. |
||
|
|
|
|
|
CEA siehe: Collie Eye Anomaly |
||
|
Collie Augenanomalie siehe: Collie Eye Anomaly |
||
|
Collie Eye Anomaly (CEA) Die
sogenannte Collie Augen Anomalie (Collie Eye Anomaly = CEA) ist eine
weitverbreitete Entwicklungsstörung der Aderhaut bei Collies und
Shelties. Glücklicherweise sind in den weitaus meisten Fällen die
klinischen Auswirkungen gering. In Einzelfällen kann es aber durchaus
zur Erblindung des betroffenen Tieres im Alter von wenigen Wochen bis
Monaten kommen. Die Veränderung ist bei Welpen im Alter von 6 bis 8
Wochen am deutlichsten zu erkennen und manifestiert sich oft nur als
hellrote Verfärbung neben der Sehnervenscheibe. Es kann aber auch zu
Missbildungen des Sehnerven, sogenannten Kolobomen kommen. In
schwerwiegenden Fällen kann es zu Blutungen und Netzhautablösungen führen.
Auch hier ist eine Behandlung nicht möglich. Die züchterische Vorsorge
findet bei den Züchtern wenig Anklang, weil in den meisten Fällen
keine klinischen Symptome zu erwarten sind, und damit der Leidensdruck
bei Tier, Besitzer und Züchter relativ klein ist. |
||
|
|
|
|
Distichiasis
Unter Distichiasis versteht man Wimpern, welche direkt am Lidrand wachsen, und dadurch ständig auf der Hornhaut reiben. Dies führt zu vermehrtem Zwinkern und zu Tränenfluss. Oft sind die Symptome so gering, dass der Besitzer die Veränderung nicht wahr nimmt. In solchen Fällen ist auch eine Behandlung nicht notwendig. Bei stärkerer Reizung können solche Wimpern durch einen operativen Eingriff entfernt werden. Merkmalträger sind von der Zucht auszuschließen. |
||
|
|
|
|
|
ED siehe: Ellenbogendysplasie |
||
|
Einhodrigkeit siehe: Monorchismus |
||
|
Eklampsie (Kalziummangel) Eklampsie kann in der Geburts- und Nachgeburtsperiode auftreten. Während der Trächtigkeit braucht die Hündin Kalzium für den Knochenbau der Welpen. Während des Säugens wird ebenfalls viel Kalzium abgegeben. Sinkt die Kalzium-Konzentration im Blut stark ab, wird eine Eklampsie hervorgerufen. Die Hündin wird unruhig, hechelt, liegt steifbeinig da, hat Muskelzuckungen und/oder Krämpfe, fällt ins Koma und stirbt. Eklampsie ist ein absoluter Notfall und erfordert umgehende tierärztliche Hilfe. Die erhöhten Anforderungen der Zuchthündin - insbesondere Kalzium und Phosphor - müssen daher schon während der Trächtigkeit mit entsprechender Fütterung abgedeckt werden. |
||
Ektropium
Das Ektropium äußert sich durch ein starkes Herunterhängen der Lider. Dadurch wird die Bindehaut exponiert und die Hunde neigen zu chronischen Bindehautentzündungen. Der Abfluss der Tränenflüssigkeit ist nicht gewährleistet und die Lider können ihre Schutzfunktion nicht wahrnehmen. Betroffenen Hunde sind daher auch anfällig für Hornhautverletzungen. In ausgeprägten Fällen muss ein Ektropium operiert werden. Weil das Ektropium bei vielen Rassen ein typisches Merkmal ist, z.B. beim Bloodhound, werden betroffene Tiere nicht von der Zucht ausgeschlossen. |
||
|
Ellenbogendysplasie (ED) Die Ellenbogendysplasie ist ein chronisch verlaufender Krankheitskomplex des Ellenbogens schnellwüchsiger Rassen. Die ED stellt eine vererbte Entwicklungsstörung des wachsenden Skeletts dar. Hohes Körpermassewachstum und Fütterungsfehler sind weitere begünstigende Faktoren. Die ED beginnt in der späten Wachstumsphase bei vier bis acht Monate alten Jungtieren mit einer schmerzhaften Veränderung des Gelenks und der gelenkbildenden Knochenteile mit Lahmheit. Der Bewegungsumfang des Ellbogengelenks ist eingeschränkt. Frühzeichen sind Steifigkeit am Morgen oder nach Ruhepausen. Die Krankheit schreitet lebenslang fort und ist nicht heilbar, eine weitgehende Schmerzfreiheit kann aber in vielen Fällen erreicht werden. |
||
Entropium
Unter Entropium versteht man das Einrollen eines Lides. In der Regel ist das Unterlid betroffen. Solange die Welpen ihre Augen noch geschlossen haben, ist die Lidstellung normal. Nach dem Öffnen der Augen kommt es dann aber bald zum Einrollen und damit verbunden zu einer mehr oder weniger starken Reizung des Auges. Im besten Fall äußert sich das Entropium nur durch vermehrtes Tränen des betroffenen Auges. Es kann aber auch zu Hornhautveränderungen führen. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Hornhautgeschwür, welches sogar durchbrechen kann, was den Verlust des Auges bedeutet. Betroffenen Hunde müssen aus der Zucht ausgeschlossen werden, auch wenn sie durch einen operativen Eingriff eine normale Lidstellung erhalten haben. Eine solche Operation ist in den meisten Fällen ein leichter Eingriff mit einer guten Prognose. |
||
|
|
|
|
|
Gebärmutterentzündung siehe: Pyometra |
||
|
Gesäugegeentzündung siehe: Mastitis |
||
|
Glaukom siehe: Goniodysplasie |
||
Goniodysplasie
(Glaukom)
Im Winkel der von der Hornhaut und der Regenbogenhaut gebildet wird, verlässt die intraokulare Flüssigkeit das Auge. Bei gewissen Hunderassen ist dieser sogenannte Kammerwinkel missgebildet, was zu Abflussstörungen des Kammerwassers führen kann. In solchen Fällen steigt der Augendruck abnorm an, was als Glaukom oder grüner Star bezeichnet wird. Betroffene Augen erblinden früher oder später. Zwar kann mit Medikamenten und verschiedenen Operationen versucht werden, den Augendruck zu normalisieren, die Langzeitprognose ist aber recht ungünstig. |
||
|
Grüner Star siehe: Goniodysplasie |
||
|
|
|
|
|
HD siehe: Hüftgelenksdysplasie |
||
|
Hüftgelenksdysplasie (HD) Unter
Hüftgelenksdysplasie versteht man eine Fehlbildung der Hüftgelenke.
Die beiden gelenksbildenden Knochen, die Gelenkspfanne und der
Oberschenkelkopf passen nicht korrekt aufeinander. Die Fehlbildung tritt
in der Regel beidseitig auf und kann unterschiedlich stark ausgeprägt
sein. ä
weiterlesen |
||
|
|
|
|
|
Inzestzucht Inzest bezeichnet die Verpaarung zwischen Verwandten 1. Grades (Vater-Tochter, Mutter-Sohn, Geschwister untereinander). |
||
|
Inzucht Unter Inzucht versteht man die Paarung zwischen relativ nahen Blutsverwandten, z.B. Onkel-Nichte oder Cousin-Cousine. Nicht selten wird beobachtet, dass im genetischen Sinne reinerbige Lebewesen geringere Vitalität und Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten aufweisen, da die genetische Information in beiden Chromosomensätzen gleich ist und dadurch weniger unterschiedliche Gene vorhanden sind. Andererseits besteht Züchtung auch darin, die positive Seite von Inzucht zu nützen, in dem gezielte Inzucht mit Auswahl der geeigneten Typen bzw. Merkmalen verbunden wird. |
||
|
Inzuchtdepression Inzuchtdepression tritt vornehmlich bei kleinen Hundepopulationen auf, bei denen die Anzahl der zuchtfähigen Tiere sehr beschränkt ist. Die genetisch vielfältige Durchmischung einer Population ist dadurch eingeschränkt. Die Population degeneriert und wird anfälliger für Krankheiten. |
||
|
Inzuchtkoeffizient Der Inzuchtkoeffizient gibt an, um wie viel Prozent die Mischerbigkeit ab- und die Reinerbigkeit eines Hundes gegenüber dem Rassedurchschnitt zugenommen hat. Er ist ein zahlenmäßiger Ausdruck für die Wahrscheinlichkeit, dass die jeweils im Doppel bei einem Lebewesen vorhandenen Erbanlagen durch Abstammung identisch sind, d. h. vom selben Vorfahr abstammen. Damit ist der Inzuchtkoeffizient auch ein Maß des Ahnenverlustes in einer Ahnenliste. |
||
|
|
|
|
Katarakt
(Star), angeborener
Die
meisten Formen des grauen Stars entwickeln sich beim Hund erst später
im Leben. Bei einigen Rassen können aber auch angeborene Katarakte
beobachtet werden. Sie können vererbt sein, oder als Folge von Störungen
der fötalen Entwicklung auftreten. |
||
Katarakt
(Star), erworbener
Bei
einer großen Zahl von Hunderassen ist der vererbte graue Star bekannt.
Während in einigen Fällen nur kleine Teile der Linse davon betroffen
sind, sind die Auswirkungen auf das Sehvermögen gering. In anderen Fällen
aber wird die ganze Linse getrübt und der Hund erblindet. Dann muss
versucht werden die trübe Linse operativ zu entfernen und durch eine
Kunstlinse zu ersetzen. Dieser Eingriff ist mittlerweile Routine
geworden. Hunde mit jeder Form von Katarakt sollten nicht zur Zucht
verwendet werden. |
||
|
Kniescheibenluxation siehe: Patellaluxation |
||
|
Körpertemperatur siehe: Körperwerte |
||
|
Körperwerte Körpertemperatur: Normal sind Werte zwischen 37°C und 39°C. Bei großer Hitze oder unmittelbar nach körperlichen Anstrengungen kann die Temperatur etwas höher sein. Ermittelt wird die Körpertemperatur durch Messen im After. Nehmen Sie am besten ein Digitalthermometer, das Sie mit ein wenig Creme gleitfähig machen. Schieben Sie es 1-2 cm weit in den After, heben Sie dazu evtl. den Schwanz Ihres Hundes ein wenig an. Moderne Thermometer piepsen, wenn sie die Temperatur zuverlässig gemessen haben, bei anderen messen Sie etwa 3 Minuten. Atemfrequenz: Normal sind 15 bis 40 Atemzügen pro Minute. Nach körperlicher Anstrengung und bei Hitze ist dieser Wert erhöht. Eine gesteigerte Atemfrequenz beim Hund kann aber auch auf Schmerzen, Herz- oder Lungenerkrankungen hinweisen. Erkennen können Sie die Atemzüge am Rippenbogen und am Bauch des Hundes. Entweder Sie sehen deutlich, wie sich der Brustkorb bewegt, oder Sie halten Ihre beiden Hände um den Brustkob des Hundes. Zählen Sie 15 Sekunden, besser 30 Sekunden lang, wie oft sich der Brustkorb hebt, verdoppeln Sie diese Zahl. Pulswert: Normal
sind 70 und 120 Schlägen pro Minute. |
||
|
Kryptorchismus Einer oder beide Hoden sind in der Bauchhöhle verblieben. Bleibt nur ein Hoden im Körperinneren, ist der Rüde zwar fortpflanzungsfähig, da ja einer seiner Hoden volle Funktionsfähigkeit besitzt (= Pseudo-Einhodrigkeit), einen solchen Hodenfehler kann er aber an seine Nachkommen vererben. Sind beide Hoden betroffen, ist die gesamte Spermabildung gravierend gestört, der Rüde somit nicht zuchttauglich. |
||
|
|
|
|
|
Läufigkeit Die erste Läufigkeit der Hündin tritt zwischen dem 7. und 10. Lebensmonat auf. Der Eintritt der ersten Läufigkeit ist u.a. Rasseabhängig. Kleine Hunde sind meist frühreif und werden schon mit 6 Monaten läufig, während große Rassen später dran sind, oft erst mit 1 Jahr. Der Geschlechtszyklus des Hundes verläuft in mehreren Phasen: Proöstrus
(Vorbrunst): Östrus
(Brunst): Metöstrus
(Nachbrunst): Anöstrus: Dauer 2-4 Monate. In dieser Phase fehlen jeglicher Anzeichen eines Sexualzyklus. |
||
Linsenluxation
Bei einigen Hunderassen, hauptsächlich Terrier, kann sich die Linse im Alter von ungefähr 4 Jahren aus ihrer Verankerung lösen und bewegt sich dann frei im Augeninneren. Meistens liegt die Linse dann unmittelbar hinter der Hornhaut. Damit ist ein normales Sehen nicht mehr möglich. Außerdem kommt es zum Druckanstieg im Auge, zum grünen Star. Das Sehvermögen kann nur erhalten werden, wenn die Linse so bald als möglich operativ entfernt wird. Dabei darf nicht zuviel Zeit vergehen. Oft sind schon nach wenigen Tagen die Chancen für eine erfolgreiche Operation schon drastisch reduziert. Bei Tibet Terriern, Fox Terriern, Jack Russell Terriern, Jagdterrieren etc. darf also eine Augenveränderung niemals auf die leichte Schulter genommen werden. Die Besitzer müssen immer die Möglichkeit einer Linsenluxation in Betracht ziehen, und rasch einen Spezialisten aufsuchen. Dies gilt vor allem für Hunde, welche jünger als 6 Jahre sind. Selbstverständlich dürfen Hunde mit einer Linsenluxation nicht zur Zucht verwendet werden. |
||
|
|
|
|
|
Mastitis (Gesäugegeentzündung) Normales Milchdrüsengewebe ist weich und geschwollen. Im Gegensatz ist erkranktes Milchdrüsengewebe gerötet, fest und schmerzhaft, ggf. tritt wässrig eitriges oder blutiges Sekret aus. Falls das Milchdrüsengewebe wund ist, wird den Welpen das Saugen verweigert. Jedoch sollten die Welpen weiter saugen dürfen, um eine Milchstau zu verhindern. Behandlung durch den Tierarzt. |
||
|
Monorchismus (Einhodrigkeit) Nur ein einzelner Hoden ist vorhanden; dieser eine Hoden ist ordnungsgemäß in den Hodensack abgestiegen - der Rüde ist zwar fortpflanzungsfähig, doch kann er den Hodenfehler weitervererben. |
||
|
|
|
|
|
Nachzuchtkontrolle Wenn gute Gründe für die Verwendung nicht fehlerfreier Hund sprechen, man aber vermeiden möchte, mögliche Fehler in der Population zu verbreiten, ist eine Nachzuchtkontrolle verpflichtend. Der nicht fehlerfreie Hund erhält die Zuchtzulassung für zunächst einen Wurf mit Nachzuchtkontrolle von 75% der Welpen. Die Welpen werden im Alter von mindestens 18 Monaten einer Begutachtung inkl. nötiger Untersuchungen unterzogen. Eine erneute Zuchtzulassung ist möglich, wenn der Fehler bei 75% der Welpen nicht mehr auftritt. |
||
|
Nasenfalten siehe: Trichiasis |
||
|
Netzhautdegeneration siehe:
Progessive Retinaatrophie |
||
|
Netzhautdysplasie siehe:
Retinadysplasie |
||
|
|
|
|
|
OCD siehe: Osteochondrose |
||
|
Osteochondrose
(OCD) |
||
|
|
|
|
|
Patellaluxation (Kniescheibenluxation) Die Patellaluxation ist eine meist angeborene Erkrankung, bei der die Kniescheibe nicht normal in der Rollfurche läuft, sondern immer wieder herausspringt. Sie tritt meist einseitig auf. Hündinnen sind häufiger betroffen als Rüden. Die Patellaluxation wird in vier Grade unterteilt: Grad 1: Die Knieschreibe springt spontan heraus. Der Hund schont die Gliedmaße, bis die Kniescheibe von selbst zurückspringt. Grad 2: Die Kniescheibe springt bei Beugung des Knies immer heraus. Bei Streckung des Beines springt sie von allein zurück. Grad 3: Die Kniescheibe springt bei Beugung des Knies heraus, springt bei Streckung des Beins aber nicht allein zurück. Die Kniescheibe lässt sich von Hand zurückschieben. Grad 4: Die Kniescheibe hat ihre eigentliche Position dauerhaft verlassen und lässt sich auch von Hand nicht mehr zurückschieben. Die Diagnose lässt sich bereits frühzeitig stellen. Um Folgeschäden an Bändern und Arthrosen im Kniegelenk vorzubeugen, muß ab Grad 2 operiert werden. Ein erneutes Herausspringen der Kniescheibe kann trotz OP möglich sein. |
||
Persistierende
Pupillarmembran
Während der Entwicklung des Auges vor der Geburt wird die spätere Pupille von einem pigmentierten Gefäßgeflecht überzogen, welches sich um die Geburt zurückbildet. Bei ganz jungen Welpen, welche eben erst die Augen geöffnet haben, sieht man oft noch feine Überreste dieses Geflechts. Wenn pigmentierte Gewebestränge auch noch später sichtbar sind, dann spricht man von persistierenden Pupillarmembranen. In der Regel haben sie keine oder nur geringfügige Auswirkungen auf das Sehvermögen des Hundes und treten auch bei vielen Rassen sporadisch auf. Beim Basenji sind sie ein vererbtes Problem, welches Sehstörungen verursachen kann. |
||
PRA
siehe: Progessive Retinaatrophie |
||
Progessive
Retinaatrophie (PRA)
Unter
dem Begriff PRA fasst man eine Vielzahl von unterschiedlichen
Netzhautdegenerationen zusammen, welche allesamt zur Erblindung führen.
Man unterscheidet eine Frühform, bei welcher die Hunde bereits mit 12
Monaten blind werden, und eine Spätform, bei der erste Sehstörungen
erst im Alter von 3-6 Jahren auftreten. Diese letzte Form ist bei uns am
häufigsten und wird rezessiv vererbt. Das heißt Hunde mit PRA können
durchaus normale Eltern und Geschwister haben. Die Eltern sind in diesem
Fall Träger der Anlage. Zu Beginn der Erkrankung fällt dem Besitzer
auf, dass die Pupillen des Hundes größer sind, und in der Nacht
auffallend leuchten. Meistens zeigt der Hund zu diesem Zeitpunkt bereits
eine mehr oder weniger deutliche Nachtblindheit. Oft weigern sich Hunde
in der Dämmerung oder nachts nach draußen zu gehen, oder sie stoßen
sich an Gegenständen, die sie tagsüber noch sehen können. Diese
Nachblindheit verschlimmert sich zusehends. Später ist auch das Sehen
am Tage beeinträchtigt, bis die Hunde im Alter von ca. 9 Jahren vollständig
erblinden. Diese fortschreitende Netzhautdegeneration ist nicht
schmerzhaft und gibt dem Hund ausreichend Zeit, sich an sein Handicap zu
gewöhnen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass betroffene Hunde ihre
Blindheit so erfolgreich kompensieren, dass sie erst auffällt, wenn der
Hund in eine ihm unbekannte Umgebung gebracht wird. |
||
|
Pulswert siehe: Körperwerte |
||
|
Pyometra (eitrige Gebärmutterentzündung) Eine der häufigsten Gebärmuttererkrankungen ist die Pyometra. Sie kann bei Hündinnen jeden Alters auftreten, vermehrt aber bei älteren Hündinnen. Bei der Pyometra handelt es sich um eine Ansammlung von eitrigen oder blutig-eitrigen Sekreten in der Gebärmutter bei verschlossenem Muttermund. Zum Läufigkeitsende ist der Muttermund noch nicht keimdicht verschlossen und Keime können so ungehindert eintreten. Da die Abwehrbereitschaft der Gebärmutter zu diesem Zeitpunkt stark geschwächt ist, kommt es zur lokalen Infektion. Die Keime vermehren sich und Giftstoffe werden gebildet. Der Muttermund ist inzwischen geschlossen und das gebildete Sekret kann nicht abfließen. Durch die zunehmende Füllung mit eitriger Flüssigkeit kommt es zum Auftreten der typischen Krankheitssymptome: hochgradig gestörtes Allgemeinbefinden, starker Durst, Fieber, schlechte oder keine Futteraufnahme. Meist ist in der Scheidenregion ein schmierig eitrig-blutiger Ausfluß zu beobachten. In den meisten Fällen wird der Tierarzt zur sofortigen Operation raten. |
||
|
|
|
|
|
Qualzucht Als Qualzucht bezeichnet man in der Hundezucht die Duldung oder Förderung von Merkmalen, die mit Schmerzen, Leiden, Schäden oder Verhaltensstörungen für die Tiere verbunden sind. Sie ist für Wirbeltiere in Deutschland nach § 11b des Tierschutzgesetzes verboten. |
||
|
|
|
|
|
RD siehe: Retinadysplasie |
||
|
Retinadysplasie (RD) Die Netzhaut ist ein äußerst kompliziert aufgebautes Gewebe und es erstaunt kaum, dass es im Laufe der Entwicklung der Netzhaut auch hin und wieder zu Störungen kommt. Solche Fehlentwicklungen können nur kleine Teile der Netzhaut betreffen und sind dann als Falten erkennbar. Die Auswirkungen auf das Sehvermögen ist gering. In anderen Fällen sind größere Bezirke betroffen, und die Sehstörungen können erheblich sein. Selten treten auch vollständige Netzhautdysplasien auf, die dann meistens auch mit weiteren Fehlentwicklungen des Auges vergesellschaftet sind. Solche Augen sind in der Regel blind. Oft sind neben solchen Augenveränderungen auch Fehlentwicklungen des Skelettes zu beobachten. Eine Behandlung kommt hier nicht in Frage. Merkmalträger sind von der Zucht auszuschließen. |
||
|
|
|
|
|
Scheidenentzündung siehe: Vaginitis |
||
|
Scheidenvorfall Diese Krankheit tritt meist während er 1. oder 2. Läufigkeit auf. Durch eine übermäßige Hormonbildung kommt es zu vermehrter Wassereinlagerung des Scheidengewebes. Meist ist eine chirurgische Entfernung durch den Tierarzt notwendig. Bei der nächsten Läufigkeit kann es allerdings wieder zum Auftreten eines solchen Vorfalls kommen. In einem solchen Fall ist eine Entfernung der Eierstöcke und der Gebärmutter zu empfehlen. |
||
|
Scheinträchtigkeit Die Scheinträchtigkeit ist ein Syndrom aus psychischen und physischen Veränderungen. Sie tritt 4 - 9 Wochen nach der Läufigkeit auf und dauert 2 - 3 Wochen. Ein langes Bestehen des Gelbkörpers stellt die Ursache dar. Typische Symptome einer Scheinträchtigkeit sind: eine Anschwellung des Gesäuges mit leichter bis hochgradiger Milchsekretion, Unruhe, Nestbau, das Umhertragen und Hüten von Spielsachen. Ablenkende Maßnahmen, wie Bewegung, Änderung der Fütterungsgewohnheiten und das Wegräumen von Spielsachen sind eine einfache, aber hilfreiche Therapie. Auf jeden Fall sollte das Ausmelken des Gesäuges unterlassen werden, da sonst die Milchbildung angeregt wird. |
||
|
Schwimmer-Syndrom Paddelbewegungen der Vorderextremitäten bei Hundewelpen mit koalabärartiger Abflachung des Brustkorbes. Das Schwimmer-Syndrom wird bereits in der 1. Lebenswoche auffällig. Betroffene Welpen liegen mit Atemnot flach auf der Brust und erheben sich kaum. Ursächlich kommen verschiedene Stoffwechselstörungen und Fütterungsfehler in Frage. |
||
|
Star siehe: Katarakt |
||
|
|
|
|
Trichiasis
(Nasenfalten)
Die sogenannten brachycephalen Hunderassen zeichnen sich durch einen extrem kurz gezüchteten Kopf aus. Zu ihnen gehören die Pekingesen, die Möpse, Bulldoggen und andere. Bei ihnen wurde durch gezielte Selektion der Gesichtsschädel verkürzt. Die Weichteile haben diese Entwicklung aber nicht im selben Masse mitgemacht. So wirft sich die Haut der Nase in großen Falten auf. Die Haare dieser Nasen-, bzw. Gesichtsfalte reiben dauernd auf der Hornhaut dieser Tiere. Die meisten von ihnen haben denn auch bereits in jungen Jahren Hornhautveränderungen. Nicht selten kommt es bei ihnen zu akuten Hornhautgeschwüren, welche nicht selten durchbrechen, wenn sie nicht rechtzeitig und intensiv behandelt werden. Da es sich bei dieser Veränderung um ein rassetypisches Merkmal handelt, werden von Seiten der Züchter meist keine Maßnahmen ergriffen, und die Hunde werden zur Zucht zugelassen. |
||
|
|
|
|
|
Vaginitis (Scheidenentzündung) Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 5 - 7 Monate alten Tieren, aber auch 8 - 10 Wochen alte Welpen können betroffen sein. Die Hündinnen haben eitrigen Scheidenausfluß, die Scheide ist stark gerötet. Das Allgemeinbefinden ist meist ungestört. Die Ursachen für diese Erkrankung sind noch nicht ausreichend geklärt. So sollen immunologische Reaktionen, Hormonmangel, Fütterungseinflüsse und Bakterien eine Rolle spielen. Spülungen und Antibiotikagaben können eine vorübergehende Besserung bringen. Eine endgültige Heilung erfolgt erst bei Eintritt der Geschlechtsreife ein. |
||
|
|
|
|
|
Wobbler-Syndrom Beeinträchtigung der Bewegungskoordination, die bis zum Verlust des Geh- und Stehvermögens führen kann. Die Bewegungsstörungen außern sich überwiegend in der Hinterhand. Es werden erbliche und traumatische Faktoren als Ursache vermutet. |
||