Zuchtwissen von A bis Z

Nach und nach soll hier ein Lexikon mit den Schwerpunkten Zucht und Gesundheit entstehen. Wichtige Begriffe rund um die Zucht werden kurz erklärt, im Bedarfsfall auch ausführlicher. Eure Fragen können helfen, dieses Lexikon zu füllen - Klickt auf das Fragezeichen und sendet uns den Begriff den ihr erklärt haben möchtet!

Erklär mir ...

 
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
 

A


nach oben

Anorchismus

Überhaupt kein Hoden wurde angelegt; der Rüde ist in seiner körperlichen und seelischen Entwicklung deutlich gestört, da seinem Körper die (ebenfalls in den Hoden produzierten) Sexualhormone fehlen.

Atemfrequenz

siehe: Körperwerte

Augenkrankheiten, angeboren

Angeborene oder kongenitale Krankheiten sind bei der Geburt bereits vorhanden oder manifestieren sich kurz danach.

Augenkrankheiten, erworbene

Erworbene Augenkrankheiten manifestieren sich erst später im Leben eines Tieres. Einige Krankheiten werden für den Hundezüchter oder -besitzer sogar erst im Alter von acht und mehr Jahren erkennbar, was die züchterische Prophylaxe solcher Krankheiten natürlich erheblich erschwert.

 

B


nach oben

noch kein Eintrag

 

C


nach oben

CEA

siehe: Collie Eye Anomaly

Collie Augenanomalie

siehe: Collie Eye Anomaly

Collie Eye Anomaly (CEA)

Die sogenannte Collie Augen Anomalie (Collie Eye Anomaly = CEA) ist eine weitverbreitete Entwicklungsstörung der Aderhaut bei Collies und Shelties. Glücklicherweise sind in den weitaus meisten Fällen die klinischen Auswirkungen gering. In Einzelfällen kann es aber durchaus zur Erblindung des betroffenen Tieres im Alter von wenigen Wochen bis Monaten kommen. Die Veränderung ist bei Welpen im Alter von 6 bis 8 Wochen am deutlichsten zu erkennen und manifestiert sich oft nur als hellrote Verfärbung neben der Sehnervenscheibe. Es kann aber auch zu Missbildungen des Sehnerven, sogenannten Kolobomen kommen. In schwerwiegenden Fällen kann es zu Blutungen und Netzhautablösungen führen. Auch hier ist eine Behandlung nicht möglich. Die züchterische Vorsorge findet bei den Züchtern wenig Anklang, weil in den meisten Fällen keine klinischen Symptome zu erwarten sind, und damit der Leidensdruck bei Tier, Besitzer und Züchter relativ klein ist.

 

D


nach oben

Distichiasis

Unter Distichiasis versteht man Wimpern, welche direkt am Lidrand wachsen, und dadurch ständig auf der Hornhaut reiben. Dies führt zu vermehrtem Zwinkern und zu Tränenfluss. Oft sind die Symptome so gering, dass der Besitzer die Veränderung nicht wahr nimmt. In solchen Fällen ist auch eine Behandlung nicht notwendig. Bei stärkerer Reizung können solche Wimpern durch einen operativen Eingriff entfernt werden. Merkmalträger sind von der Zucht auszuschließen.

 

E


nach oben

ED

siehe: Ellenbogendysplasie

Einhodrigkeit

siehe: Monorchismus

Eklampsie (Kalziummangel)

Eklampsie kann in der Geburts- und Nachgeburtsperiode auftreten. Während der Trächtigkeit braucht die Hündin Kalzium für den Knochenbau der Welpen. Während des Säugens wird ebenfalls viel Kalzium abgegeben. Sinkt die Kalzium-Konzentration im Blut stark ab, wird eine Eklampsie hervorgerufen. Die Hündin wird unruhig, hechelt, liegt steifbeinig da, hat Muskelzuckungen und/oder Krämpfe, fällt ins Koma und stirbt. Eklampsie ist ein absoluter Notfall und erfordert umgehende tierärztliche Hilfe. Die erhöhten Anforderungen der Zuchthündin - insbesondere Kalzium und Phosphor - müssen daher schon während der Trächtigkeit mit entsprechender Fütterung abgedeckt werden.

Ektropium

Das Ektropium äußert sich durch ein starkes Herunterhängen der Lider. Dadurch wird die Bindehaut exponiert und die Hunde neigen zu chronischen Bindehautentzündungen. Der Abfluss der Tränenflüssigkeit ist nicht gewährleistet und die Lider können ihre Schutzfunktion nicht wahrnehmen. Betroffenen Hunde sind daher auch anfällig für Hornhautverletzungen. In ausgeprägten Fällen muss ein Ektropium operiert werden. Weil das Ektropium bei vielen Rassen ein typisches Merkmal ist, z.B. beim Bloodhound, werden betroffene Tiere nicht von der Zucht ausgeschlossen.

Ellenbogendysplasie (ED)

Die Ellenbogendysplasie ist ein chronisch verlaufender Krankheitskomplex des Ellenbogens schnellwüchsiger Rassen. Die ED stellt eine vererbte Entwicklungsstörung des wachsenden Skeletts dar. Hohes Körpermassewachstum und Fütterungsfehler sind weitere begünstigende Faktoren. Die ED beginnt in der späten Wachstumsphase bei vier bis acht Monate alten Jungtieren mit einer schmerzhaften Veränderung des Gelenks und der gelenkbildenden Knochenteile mit Lahmheit. Der Bewegungsumfang des Ellbogengelenks ist eingeschränkt. Frühzeichen sind Steifigkeit am Morgen oder nach Ruhepausen. Die Krankheit schreitet lebenslang fort und ist nicht heilbar, eine weitgehende Schmerzfreiheit kann aber in vielen Fällen erreicht werden.

Entropium

Unter Entropium versteht man das Einrollen eines Lides. In der Regel ist das Unterlid betroffen. Solange die Welpen ihre Augen noch geschlossen haben, ist die Lidstellung normal. Nach dem Öffnen der Augen kommt es dann aber bald zum Einrollen und damit verbunden zu einer mehr oder weniger starken Reizung des Auges. Im besten Fall äußert sich das Entropium nur durch vermehrtes Tränen des betroffenen Auges. Es kann aber auch zu Hornhautveränderungen führen. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Hornhautgeschwür, welches sogar durchbrechen kann, was den Verlust des Auges bedeutet. Betroffenen Hunde müssen aus der Zucht ausgeschlossen werden, auch wenn sie durch einen operativen Eingriff eine normale Lidstellung erhalten haben. Eine solche Operation ist in den meisten Fällen ein leichter Eingriff mit einer guten Prognose.

 

F


nach oben

Fieber

siehe: Körperwerte

 

G


nach oben

Gebärmutterentzündung

siehe: Pyometra

Gesäugegeentzündung

siehe: Mastitis

Glaukom

siehe: Goniodysplasie

Goniodysplasie (Glaukom)

Im Winkel der von der Hornhaut und der Regenbogenhaut gebildet wird, verlässt die intraokulare Flüssigkeit das Auge. Bei gewissen Hunderassen ist dieser sogenannte Kammerwinkel missgebildet, was zu Abflussstörungen des Kammerwassers führen kann. In solchen Fällen steigt der Augendruck abnorm an, was als Glaukom oder grüner Star bezeichnet wird. Betroffene Augen erblinden früher oder später. Zwar kann mit Medikamenten und verschiedenen Operationen versucht werden, den Augendruck zu normalisieren, die Langzeitprognose ist aber recht ungünstig.

Grüner Star

siehe: Goniodysplasie

 

H


nach oben

HD

siehe: Hüftgelenksdysplasie

Hüftgelenksdysplasie (HD)

Unter Hüftgelenksdysplasie versteht man eine Fehlbildung der Hüftgelenke. Die beiden gelenksbildenden Knochen, die Gelenkspfanne und der Oberschenkelkopf passen nicht korrekt aufeinander. Die Fehlbildung tritt in der Regel beidseitig auf und kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. ä weiterlesen

 

I


nach oben

Inzestzucht

Inzest bezeichnet die Verpaarung zwischen Verwandten 1. Grades (Vater-Tochter, Mutter-Sohn, Geschwister untereinander).

Inzucht

Unter Inzucht versteht man die Paarung zwischen relativ nahen Blutsverwandten, z.B. Onkel-Nichte oder  Cousin-Cousine. Nicht selten wird beobachtet, dass im genetischen Sinne reinerbige Lebewesen geringere Vitalität und Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten aufweisen, da die genetische Information in beiden Chromosomensätzen gleich ist und dadurch weniger unterschiedliche Gene vorhanden sind. Andererseits besteht Züchtung auch darin, die positive Seite von Inzucht zu nützen, in dem gezielte Inzucht mit Auswahl der geeigneten Typen bzw. Merkmalen verbunden wird.

Inzuchtdepression

Inzuchtdepression tritt vornehmlich bei kleinen Hundepopulationen auf, bei denen die Anzahl der zuchtfähigen Tiere sehr beschränkt ist. Die genetisch vielfältige Durchmischung einer Population ist dadurch eingeschränkt. Die Population degeneriert und wird anfälliger für Krankheiten.

Inzuchtkoeffizient

Der Inzuchtkoeffizient gibt an, um wie viel Prozent die Mischerbigkeit ab- und die Reinerbigkeit eines Hundes gegenüber dem Rassedurchschnitt zugenommen hat.

Er ist ein zahlenmäßiger Ausdruck für die Wahrscheinlichkeit, dass die jeweils im Doppel bei einem Lebewesen vorhandenen Erbanlagen durch Abstammung identisch sind, d. h. vom selben Vorfahr abstammen. Damit ist der Inzuchtkoeffizient auch ein Maß des Ahnenverlustes in einer Ahnenliste.

 

J


nach oben

noch kein Eintrag

 

K


nach oben

Katarakt (Star), angeborener

Die meisten Formen des grauen Stars entwickeln sich beim Hund erst später im Leben. Bei einigen Rassen können aber auch angeborene Katarakte beobachtet werden. Sie können vererbt sein, oder als Folge von Störungen der fötalen Entwicklung auftreten.
Der angeborenen Star betrifft hauptsächlich den Linsenkern und bewirkt eine mehr oder wenige ausgeprägte Sehstörung. Bei starker Sehbehinderung kann die Linse operativ entfernt werden. Merkmalträger sind von der Zucht auszuschließen.

Katarakt (Star), erworbener

Bei einer großen Zahl von Hunderassen ist der vererbte graue Star bekannt. Während in einigen Fällen nur kleine Teile der Linse davon betroffen sind, sind die Auswirkungen auf das Sehvermögen gering. In anderen Fällen aber wird die ganze Linse getrübt und der Hund erblindet. Dann muss versucht werden die trübe Linse operativ zu entfernen und durch eine Kunstlinse zu ersetzen. Dieser Eingriff ist mittlerweile Routine geworden. Hunde mit jeder Form von Katarakt sollten nicht zur Zucht verwendet werden.

Kniescheibenluxation

siehe: Patellaluxation

Körpertemperatur

siehe: Körperwerte

Körperwerte

Körpertemperatur:

Normal sind Werte zwischen 37°C und 39°C.

Bei großer Hitze oder unmittelbar nach körperlichen Anstrengungen kann die Temperatur etwas höher sein.

Ermittelt wird die Körpertemperatur durch Messen im After. Nehmen Sie am besten ein Digitalthermometer, das Sie mit ein wenig Creme gleitfähig machen. Schieben Sie es 1-2 cm weit in den After, heben Sie dazu evtl. den Schwanz Ihres Hundes ein wenig an. Moderne Thermometer piepsen, wenn sie die Temperatur zuverlässig gemessen haben, bei anderen messen Sie etwa 3 Minuten.

Atemfrequenz:

Normal sind 15 bis 40 Atemzügen pro Minute.

Nach körperlicher Anstrengung und bei Hitze ist dieser Wert erhöht. Eine gesteigerte Atemfrequenz beim Hund kann aber auch auf Schmerzen, Herz- oder Lungenerkrankungen hinweisen.

Erkennen können Sie die Atemzüge am Rippenbogen und am Bauch des Hundes. Entweder Sie sehen deutlich, wie sich der Brustkorb bewegt, oder Sie halten Ihre beiden Hände um den Brustkob des Hundes. Zählen Sie 15 Sekunden, besser 30 Sekunden lang, wie oft sich der Brustkorb hebt, verdoppeln Sie diese Zahl.

Pulswert:

Normal sind 70 und 120 Schlägen pro Minute.
Fühlen können Sie den Puls beim Hund am besten an der großen Oberschenkelarterie, die oberhalb des Kniegelenks (am Hinterbein) auf der Innenseite des Oberschenkels verläuft. Wenn Sie Ihre flache Hand innen auf den Oberschenkel des Hundes legen, dabei das Knie umfassen und dann die Hand langsam nach hinten über den Oberschenkel gleiten lassen, fühlen Sie etwa in der Mitte des Beines die Arterie mit ihrer Wellenbewegung. Zählen Sie die Pulsschläge für 15 Sekunden und vervierfachen Sie die Zahl, so erhalten Sie den Puls pro Minute.

Kryptorchismus

Einer oder beide Hoden sind in der Bauchhöhle verblieben. Bleibt nur ein Hoden im Körperinneren, ist der Rüde zwar fortpflanzungsfähig, da ja einer seiner Hoden volle Funktionsfähigkeit besitzt (= Pseudo-Einhodrigkeit), einen solchen Hodenfehler kann er aber an seine Nachkommen vererben. Sind beide Hoden betroffen, ist die gesamte Spermabildung gravierend gestört, der Rüde somit nicht zuchttauglich.

 

L


nach oben

Läufigkeit

Die erste Läufigkeit der Hündin tritt zwischen dem 7. und 10. Lebensmonat auf. Der Eintritt der ersten Läufigkeit ist u.a. Rasseabhängig. Kleine Hunde sind meist frühreif und werden schon mit 6 Monaten läufig, während große Rassen später dran sind, oft erst mit 1 Jahr. Der Geschlechtszyklus des Hundes verläuft in mehreren Phasen:

Proöstrus (Vorbrunst):
Der Proöstrus dauert ca. 10 Tage. Zwischen dem 4. und 7. Tag beginnen die Läufigkeitsblutungen. Die Hündin uriniert häufiger und wird insgesamt etwas unruhiger. Die Scheide schwillt an. Duftstoffe ziehen bereits jetzt die ersten Rüden aus der Nachbarschaft an. Hilfe versprechen hier Chlorophyll-Präparate, welche die Rüdenlockstoffe überdecken. Zum Ende dieser Vorbrunst verfärben sich die blutigen Ausscheidungen leicht rosa. Die Hündin ist nun deckbereit.

Östrus (Brunst):
In der zehntägigen Östrusphase findet der Eisprung statt. Die Hündin zeigt deutliches Aufforderungsverhalten mit seitwärts gehaltener Rute. Zwischen dem 9. und 14. Tag ist die Hündin fruchtbar und Deckakte während dieser Zeit führen zur Befruchtung. Die Läufigkeitsblutung der Hündin ist im Gegensatz zur menschlichen Regelblutung, welche die Abstoßung der Gebärmutterschleimhaut zur Folge hat, die Einleitung der Befruchtungsphase.

Metöstrus (Nachbrunst):
Findet keine Befruchtung der Hündin statt, bildet sich die vergrößerte Gebärmutter wieder zurück.

Anöstrus:

Dauer 2-4 Monate. In dieser Phase fehlen jeglicher Anzeichen eines Sexualzyklus.

Linsenluxation

Bei einigen Hunderassen, hauptsächlich Terrier, kann sich die Linse im Alter von ungefähr 4 Jahren aus ihrer Verankerung lösen und bewegt sich dann frei im Augeninneren. Meistens liegt die Linse dann unmittelbar hinter der Hornhaut. Damit ist ein normales Sehen nicht mehr möglich. Außerdem kommt es zum Druckanstieg im Auge, zum grünen Star. Das Sehvermögen kann nur erhalten werden, wenn die Linse so bald als möglich operativ entfernt wird. Dabei darf nicht zuviel Zeit vergehen. Oft sind schon nach wenigen Tagen die Chancen für eine erfolgreiche Operation schon drastisch reduziert. Bei Tibet Terriern, Fox Terriern, Jack Russell Terriern, Jagdterrieren etc. darf also eine Augenveränderung niemals auf die leichte Schulter genommen werden. Die Besitzer müssen immer die Möglichkeit einer Linsenluxation in Betracht ziehen, und rasch einen Spezialisten aufsuchen. Dies gilt vor allem für Hunde, welche jünger als 6 Jahre sind. Selbstverständlich dürfen Hunde mit einer Linsenluxation nicht zur Zucht verwendet werden.

 

M


nach oben

Mastitis (Gesäugegeentzündung)

Normales Milchdrüsengewebe ist weich und geschwollen. Im Gegensatz ist erkranktes Milchdrüsengewebe gerötet, fest und schmerzhaft, ggf. tritt wässrig eitriges oder blutiges Sekret aus. Falls das Milchdrüsengewebe wund ist, wird den Welpen das Saugen verweigert. Jedoch sollten die Welpen weiter saugen dürfen, um eine Milchstau zu verhindern. Behandlung durch den Tierarzt. 

Monorchismus (Einhodrigkeit)

Nur ein einzelner Hoden ist vorhanden; dieser eine Hoden ist ordnungsgemäß in den Hodensack abgestiegen - der Rüde ist zwar fortpflanzungsfähig, doch kann er den Hodenfehler weitervererben.

 

N


nach oben

Nachzuchtkontrolle

Wenn gute Gründe für die Verwendung nicht fehlerfreier Hund sprechen, man aber vermeiden möchte, mögliche Fehler in der Population zu verbreiten, ist eine Nachzuchtkontrolle verpflichtend. Der nicht fehlerfreie Hund erhält die Zuchtzulassung für zunächst einen Wurf mit Nachzuchtkontrolle von 75% der Welpen. Die Welpen werden im Alter von mindestens 18 Monaten einer Begutachtung inkl. nötiger Untersuchungen unterzogen. Eine erneute Zuchtzulassung ist möglich, wenn der Fehler bei 75% der Welpen nicht mehr auftritt.

Nasenfalten

siehe: Trichiasis

Netzhautdegeneration

siehe: Progessive Retinaatrophie

Netzhautdysplasie

siehe: Retinadysplasie

 

O


nach oben

OCD

siehe: Osteochondrose

Osteochondrose (OCD)

Die OCD ist eine Erkrankung die sich auf das noch wachsende Skelett beschränkt und mittels Röntgen darstellbar ist. Bei einer OCD lösen sich Knorpelteilchen z.B. von der Kugel des Oberarmknochens. Dadurch kommt es zu Problemen im Schultergelenk. Sie kommt gehäuft bei schnell wachsenden, mittelgroßen bis großen und temperamentvollen Hunderassen vor. Rüden sind häufiger betroffenen als Hündinnen. Als Ursachen für die Entstehung von OCD kommen genetische Veranlagung, Fütterungsfehler während des Wachstums, Konstitution des Hundes und Unfälle in Frage. Meist zeigen sich die ersten Anzeichen ab dem 6. Monat in Form von Lahmheiten. Betroffen werden Gelenke mit besonders starker mechanischer Beanspruchung wie Schulter-, Ellenbogen-, Knie- und Sprunggelenk. OCD am Hüftgelenk tritt eher selten auf.

 

P


nach oben

Patellaluxation (Kniescheibenluxation)

Die Patellaluxation ist eine meist angeborene Erkrankung, bei der die Kniescheibe nicht normal in der Rollfurche läuft, sondern immer wieder herausspringt. Sie tritt meist einseitig auf. Hündinnen sind häufiger betroffen als Rüden. Die Patellaluxation wird in vier Grade unterteilt:

Grad 1:

Die Knieschreibe springt spontan heraus. Der Hund schont die Gliedmaße, bis die Kniescheibe von selbst zurückspringt.

Grad 2:

Die Kniescheibe springt bei Beugung des Knies immer heraus. Bei Streckung des Beines springt sie von allein zurück.

Grad 3:

Die Kniescheibe springt bei Beugung des Knies heraus, springt bei Streckung des Beins aber nicht allein zurück. Die Kniescheibe lässt sich von Hand zurückschieben.

Grad 4:

Die Kniescheibe hat ihre eigentliche Position dauerhaft verlassen und lässt sich auch von Hand nicht mehr zurückschieben.

Die Diagnose lässt sich bereits frühzeitig stellen. Um Folgeschäden an Bändern und Arthrosen im Kniegelenk vorzubeugen, muß ab Grad 2 operiert werden. Ein erneutes Herausspringen der Kniescheibe kann trotz OP möglich sein.

Persistierende Pupillarmembran

Während der Entwicklung des Auges vor der Geburt wird die spätere Pupille von einem pigmentierten Gefäßgeflecht überzogen, welches sich um die Geburt zurückbildet. Bei ganz jungen Welpen, welche eben erst die Augen geöffnet haben, sieht man oft noch feine Überreste dieses Geflechts. Wenn pigmentierte Gewebestränge auch noch später sichtbar sind, dann spricht man von persistierenden Pupillarmembranen. In der Regel haben sie keine oder nur geringfügige Auswirkungen auf das Sehvermögen des Hundes und treten auch bei vielen Rassen sporadisch auf. Beim Basenji sind sie ein vererbtes Problem, welches Sehstörungen verursachen kann.

PRA

siehe: Progessive Retinaatrophie

Progessive Retinaatrophie (PRA)

Unter dem Begriff PRA fasst man eine Vielzahl von unterschiedlichen Netzhautdegenerationen zusammen, welche allesamt zur Erblindung führen. Man unterscheidet eine Frühform, bei welcher die Hunde bereits mit 12 Monaten blind werden, und eine Spätform, bei der erste Sehstörungen erst im Alter von 3-6 Jahren auftreten. Diese letzte Form ist bei uns am häufigsten und wird rezessiv vererbt. Das heißt Hunde mit PRA können durchaus normale Eltern und Geschwister haben. Die Eltern sind in diesem Fall Träger der Anlage. Zu Beginn der Erkrankung fällt dem Besitzer auf, dass die Pupillen des Hundes größer sind, und in der Nacht auffallend leuchten. Meistens zeigt der Hund zu diesem Zeitpunkt bereits eine mehr oder weniger deutliche Nachtblindheit. Oft weigern sich Hunde in der Dämmerung oder nachts nach draußen zu gehen, oder sie stoßen sich an Gegenständen, die sie tagsüber noch sehen können. Diese Nachblindheit verschlimmert sich zusehends. Später ist auch das Sehen am Tage beeinträchtigt, bis die Hunde im Alter von ca. 9 Jahren vollständig erblinden. Diese fortschreitende Netzhautdegeneration ist nicht schmerzhaft und gibt dem Hund ausreichend Zeit, sich an sein Handicap zu gewöhnen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass betroffene Hunde ihre Blindheit so erfolgreich kompensieren, dass sie erst auffällt, wenn der Hund in eine ihm unbekannte Umgebung gebracht wird.
Mit entsprechenden Instrumenten betrachtet, verändert sich die normale Netzhaut zusehends, bis zuletzt kaum noch normale Netzhaut zu erkennen ist. Eine Behandlung ist nicht möglich. Der Verlauf der Krankheit lässt sich nicht beeinflussen. Daher kommt der züchterischen Vorsorge große Bedeutung zu. Allerdings ist das Erkennen dieser Krankheit nicht ganz einfach und bleibt gut ausgebildeten Spezialisten vorbehalten. Leider erkennt aber auch der gut ausgebildete Tierarzt die Krankheit frühestens im Alter von einigen Jahren, so dass befallene Tiere die Gelegenheit haben sich mehrmals fortzupflanzen. Heut gibt es bei einigen wenigen Hunderassen (Irish Setter, Portugiesischer Wasserhund, etc.) die Möglichkeit, mit einer kleinen Blutprobe eine DNA-Analyse durchzuführen. Damit werden befallene Tiere bereits im Welpenalter mit 100% Sicherheit identifiziert. Theoretisch ist bereits vor der Geburt eine Untersuchung möglich.

Pulswert

siehe: Körperwerte

Pyometra (eitrige Gebärmutterentzündung)

Eine der häufigsten Gebärmuttererkrankungen ist die Pyometra. Sie kann bei Hündinnen jeden Alters auftreten, vermehrt aber bei älteren Hündinnen. Bei der Pyometra handelt es sich um eine Ansammlung von eitrigen oder blutig-eitrigen Sekreten in der Gebärmutter bei verschlossenem Muttermund. Zum Läufigkeitsende ist der Muttermund noch nicht keimdicht verschlossen und Keime können so ungehindert eintreten. Da die Abwehrbereitschaft der Gebärmutter zu diesem Zeitpunkt stark geschwächt ist, kommt es zur lokalen Infektion. Die Keime vermehren sich und Giftstoffe werden gebildet. Der Muttermund ist inzwischen geschlossen und das gebildete Sekret kann nicht abfließen. Durch die zunehmende Füllung mit eitriger Flüssigkeit kommt es zum Auftreten der typischen Krankheitssymptome: hochgradig gestörtes Allgemeinbefinden, starker Durst, Fieber, schlechte oder keine Futteraufnahme. Meist ist in der Scheidenregion ein schmierig eitrig-blutiger Ausfluß zu beobachten. In den meisten Fällen wird der Tierarzt zur sofortigen Operation raten.

 

Q


nach oben

Qualzucht

Als Qualzucht bezeichnet man in der Hundezucht die Duldung oder Förderung von Merkmalen, die mit Schmerzen, Leiden, Schäden oder Verhaltensstörungen für die Tiere verbunden sind. Sie ist für Wirbeltiere in Deutschland nach § 11b des Tierschutzgesetzes verboten.

 

R


nach oben

RD

siehe: Retinadysplasie

Retinadysplasie (RD)

Die Netzhaut ist ein äußerst kompliziert aufgebautes Gewebe und es erstaunt kaum, dass es im Laufe der Entwicklung der Netzhaut auch hin und wieder zu Störungen kommt. Solche Fehlentwicklungen können nur kleine Teile der Netzhaut betreffen und sind dann als Falten erkennbar. Die Auswirkungen auf das Sehvermögen ist gering. In anderen Fällen sind größere Bezirke betroffen, und die Sehstörungen können erheblich sein. Selten treten auch vollständige Netzhautdysplasien auf, die dann meistens auch mit weiteren Fehlentwicklungen des Auges vergesellschaftet sind. Solche Augen sind in der Regel blind. Oft sind neben solchen Augenveränderungen auch Fehlentwicklungen des Skelettes zu beobachten. Eine Behandlung kommt hier nicht in Frage. Merkmalträger sind von der Zucht auszuschließen.

 

S


nach oben

Scheidenentzündung

siehe: Vaginitis

Scheidenvorfall

Diese Krankheit tritt meist während er 1. oder 2. Läufigkeit auf. Durch eine übermäßige Hormonbildung kommt es zu vermehrter Wassereinlagerung des Scheidengewebes. Meist ist eine chirurgische Entfernung durch den Tierarzt notwendig. Bei der nächsten Läufigkeit kann es allerdings wieder zum Auftreten eines solchen Vorfalls kommen. In einem solchen Fall ist eine Entfernung der Eierstöcke und der Gebärmutter zu empfehlen.

Scheinträchtigkeit

Die Scheinträchtigkeit ist ein Syndrom aus psychischen und physischen Veränderungen. Sie tritt 4 - 9 Wochen nach der Läufigkeit auf und dauert 2 - 3 Wochen. Ein langes Bestehen des Gelbkörpers stellt die Ursache dar. Typische Symptome einer Scheinträchtigkeit sind: eine Anschwellung des Gesäuges mit leichter bis hochgradiger Milchsekretion, Unruhe, Nestbau, das Umhertragen und Hüten von Spielsachen. Ablenkende Maßnahmen, wie Bewegung, Änderung der Fütterungsgewohnheiten und das Wegräumen von Spielsachen sind eine einfache, aber hilfreiche Therapie. Auf jeden Fall sollte das Ausmelken des Gesäuges unterlassen werden, da sonst die Milchbildung angeregt wird.

Schwimmer-Syndrom

Paddelbewegungen der Vorderextremitäten bei Hundewelpen mit koalabärartiger Abflachung des Brustkorbes. Das Schwimmer-Syndrom wird bereits in der 1. Lebenswoche auffällig. Betroffene Welpen liegen mit Atemnot flach auf der Brust und erheben sich kaum. Ursächlich kommen verschiedene Stoffwechselstörungen und Fütterungsfehler in Frage.

Star

siehe: Katarakt

 

T


nach oben

Trichiasis (Nasenfalten)

Die sogenannten brachycephalen Hunderassen zeichnen sich durch einen extrem kurz gezüchteten Kopf aus. Zu ihnen gehören die Pekingesen, die Möpse, Bulldoggen und andere. Bei ihnen wurde durch gezielte Selektion der Gesichtsschädel verkürzt. Die Weichteile haben diese Entwicklung aber nicht im selben Masse mitgemacht. So wirft sich die Haut der Nase in großen Falten auf. Die Haare dieser Nasen-, bzw. Gesichtsfalte reiben dauernd auf der Hornhaut dieser Tiere. Die meisten von ihnen haben denn auch bereits in jungen Jahren Hornhautveränderungen. Nicht selten kommt es bei ihnen zu akuten Hornhautgeschwüren, welche nicht selten durchbrechen, wenn sie nicht rechtzeitig und intensiv behandelt werden. Da es sich bei dieser Veränderung um ein rassetypisches Merkmal handelt, werden von Seiten der Züchter meist keine Maßnahmen ergriffen, und die Hunde werden zur Zucht zugelassen.

 

U


nach oben

noch kein Eintrag

 

V


nach oben

Vaginitis (Scheidenentzündung)

Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 5 - 7 Monate alten Tieren, aber auch 8 - 10 Wochen alte Welpen können betroffen sein. Die Hündinnen haben eitrigen Scheidenausfluß, die Scheide ist stark gerötet. Das Allgemeinbefinden ist meist ungestört. Die Ursachen für diese Erkrankung sind noch nicht ausreichend geklärt. So sollen immunologische Reaktionen, Hormonmangel, Fütterungseinflüsse und Bakterien eine Rolle spielen. Spülungen und Antibiotikagaben können eine vorübergehende Besserung bringen. Eine endgültige Heilung erfolgt erst bei Eintritt der Geschlechtsreife ein.

 

W


nach oben

Wobbler-Syndrom

Beeinträchtigung der Bewegungskoordination, die bis zum Verlust des Geh- und Stehvermögens führen kann. Die Bewegungsstörungen außern sich überwiegend in der Hinterhand. Es werden erbliche und traumatische Faktoren als Ursache vermutet.

 

X


nach oben

noch kein Eintrag

 

Y


nach oben

noch kein Eintrag

 

Z


nach oben

noch kein Eintrag

 

Startseite zurück

Startseite