Islandhund "Bobby" als Agility-Sportler

von Cornelia Naß


Um über meinen Islandhund-Rüden Bobby im Agility berichten zu können, muss ich ein wenig weiter ausholen:

Cornelia und Bobby - Ein prima Team

Die Geschichte fängt nämlich damit an, dass ich mich im Herbst 1997 entschlossen hatte, mir einen Hund aus dem Tierheim zu holen. Als meine Wahl letztendlich auf den damals zweijährigen Bobby fiel, wusste ich noch gar nicht, dass ich mir einen Islandhund ausgesucht hatte. Nach vielen Diskussionen mit der Tierheimleitung und einigen trickreichen Umwegen holte ich Bobby schließlich zu mir nach Hause - aber das ist schon wieder eine eigene Geschichte.

Bereits auf den ersten Spaziergängen mit meinem Hund stellte ich fest, dass Bobby gewaltige Probleme im Umgang mit anderen Hunden hatte. Als Anfängerin ohne Hundeerfahrung konnte mir da nur eine Hundeschule helfen. Im Frühjahr 1998 erfuhr ich durch Zufall, dass ein ortsansässiger Hundeverein gerade einen Erziehungskurs anbot und so landete ich beim VdH Kempten, bei dem ich bis heute Mitglied bin.

Die Agility-Gruppe befand sich zu der Zeit gerade erst im Aufbau und nur wenige konnten etwas mit dieser Sportart anfangen. Auch ich wusste bis dahin nicht, was ich mir unter Agility vorstellen sollte. Nachdem ich mir jedoch - auf Einladung einer Freundin - einige Trainingsstunden angesehen hatte, war ich schnell davon überzeugt, dass Agility auch meinem Hund gefallen würde. Die vielfältigen Übungen und die Zusammenarbeit von Hund und Besitzer würden dem lern- und bewegungsfreudigen Wesen des Islandhundes sicherlich entgegenkommen. Vor allem begeisterten mich die verschiedenen Hindernisse in einem Geräteparcours, die der Hund nur mit Hilfe von Hör- und Sichtzeichen seines Hundeführers bewältigen muss.

Bobby an der Hürde - vergrößern

Bobby beim Slalom - vergrößern

Bobby auf der Wippe - vergrößern

Bobby im Tunnel - vergrößern

Die Bilder lassen sich durch Anklicken vergrößern!

Also besuchte ich von nun an mit Bobby regelmäßig die Anfängerausbildung im Agility. Da auch mein Hund - wie alle Islandhunde - sehr gerne Neues lernt, begriff er zwar schnell, wie er die einzelnen Geräte überwinden soll; jedoch war es schwer, ihn zu überzeugen, dies auch möglichst schnell zu tun. Nach fast einem Jahr eifrigen Trainings und bestandener Begleithundeprüfung konnten wir uns im Sommer 2000 dann endlich zu unserem ersten Turnier im eigenen Verein anmelden. Bobby belegte den 5. Platz. Leider starteten nur fünf Hunde in seiner Klasse.

Inzwischen sind wir in verschiedenen Orten auf insgesamt 12 Turnieren gestartet. Bei einigen Wettbewerben sind wir disqualifiziert worden, weil Bobby ein Hindernis verweigert oder in falscher Reihenfolge genommen hatte, und manchmal sind wir nicht mehr bewertet worden, weil wir ganz einfach zu langsam waren. Spaß gemacht hat es trotzdem jedes Mal, wir hatten schließlich auch einige gute Bewertungen. Unsere besten Ergebnisse waren ein 1. Platz im Juni 2001 und einen Monat später ein 2. Platz von immerhin fünf gestarteten Teilnehmern. Im Oktober bestritten wir unser vorerst letztes Turnier.

Pause und Relaxen!

Seit 2002 gibt es nämlich ein neues Reglement mit etlichen Änderungen, wonach unter anderem jeder Hund von einem Leistungsrichter genau vermessen und in eine neue Größenklasse eingeteilt wurde. Bobby müsste jetzt von der Mini- in die Midiklasse wechseln, in der er höhere Sprünge zu bewältigen hätte. Hiervon rät uns jedoch unsere Tierärztin ab, da Bobby aufgrund seiner Vorgeschichte diverse Probleme mit seinem Rücken hat, so dass ihn die höheren Sprünge zu sehr belasten würden. Andererseits fördert der Agilitysport die Stärkung seiner Rückenmuskulatur und es wäre falsch, ab sofort ganz mit dem Sport aufzuhören. Mittlerweile ist mein Hund schon 6,5 Jahre alt und so kann ich ihm nun gelegentlich ermöglichen, in der Seniorenklasse wieder bei niedrigeren Sprüngen zu starten. Die Entscheidung, Agility zu betreiben, habe ich niemals bereut, auch wenn wir beide nicht unbedingt zu den besseren Teams gehört hatten. Meine Erfahrungen, die ich in der Ausübung dieser Sportart sammeln durfte, und die Freude, die mein Hund dabei hatte, machten mir Mut, auch mit meinem Islandhund-Welpen Fjári den Agilitysport zu beginnen.

 
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