![]() |
Islandhund - für jedermann? von Silke Müller-Uloth |
![]() |
|
|
||
|
Der Islandhund findet heute immer mehr Freunde nicht nur in Reiterkreisen. Bei uns in Deutschland wird der größte Teil dieser Hunde als Familienhunde gehalten. Wird man damit eigentlich den anspruchsvollen Wikingerhunden noch gerecht? Wenn man sich die geschichtliche Entwicklung des Islandhundes anschaut, ist diese Rasse ursprünglich als Hof- und Arbeitshund gezüchtet worden. Auf Island waren die Wikingerhunde für das Hüten des Viehs und Bewachen des Hofes zuständig. Sie wurden robust gehalten, wobei auch sie im Winter nachts ihren Platz in der Küche am Ofen hatten. Aber in unserer heutigen Zeit gibt es für Hütehunde keine professionellen Aufgaben mehr. Zäune haben auf Island den Hund als Hüter überflüssig gemacht. Dort findet er heute eher seinen Einsatz beim Treiben der Schafe und Pferde und als Hof- und Wachhund. Bei uns in Deutschland sieht man ihn ab und zu als Hofhund, aber überwiegend ist er ein normaler Familienhund. Leicht ließe sich daraus schließen, der Islandhund ist ein Hund für jedermann. Aber Achtung - weit gefehlt! Die heutigen Islandhunde sind noch genauso anspruchsvoll wie ihre Urahnen. Sie brauchen Aufgaben und müssen beschäftigt werden. Es sind keine Hunde, die sich damit zufrieden geben, dass sie 1 - 2 Stunden am Tag im Garten toben oder ein Mal am Tag Gassi gehen dürfen. Sie brauchen Herausforderungen und Besitzer, die dem Anspruch dieser Hütehunde gerecht werden. Das große Bedürfnis nach Auslauf kann nur befriedigt werden, in dem man sehr gut zu Fuß ist, besser noch, wenn man die Möglichkeit hat, den Hund am Pferd mitzunehmen oder mit ihm als Hobby zusammen Schafe hütet. Hundesport wie Agility oder das Training als Rettungshund sind eine sehr gute Aufgabe, um den Islandhund herauszufordern. Das Laufen am Fahrrad oder als Begleithund beim Joggen findet bei vielen Islandhunden nicht den gewünschten Beifall. Es ist ihnen zu anstrengend und langweilig immer im gleichen Tempo neben dem Herrchen herzulaufen, ohne hier und da mal eine Pause zum Schnüffeln oder Spielen einlegen zu dürfen. Ein Islandhund, der unzufrieden ist, fängt an zu kläffen. Das ist seine Art seinen Unmut kundzutun und der ist garantiert nicht zu überhören. Außerdem versucht er sich eine Ersatzbeschäftigung zu suchen, die meistens nicht gerade auf Begeisterung bei seinem Besitzer stößt, z.B. ausgeprägte Rauflustigkeit oder das sich Rumtreiben in der Nachbarschaft. Also, bevor man sich für einen Islandhund entscheidet, sollte man sich fragen, ob man den Ansprüchen dieser Wikingerhunde gerecht werden kann. Sie sind keine Stadthunde und auch nicht geduldig genug, um stundenlang alleine zu Hause auf Herrchen oder Frauchen zu warten. Sie brauchen viel freien Auslauf, sozialen Kontakt und eine geistige Herausforderung. Man sollte Zeit für sie haben und sich mit ihnen beschäftigen. Sie laufen nicht nebenbei, sondern wollen an allem teilhaben und legen sehr viel Wert auf Gemeinschaft. Aber es sind trotzdem eher Einmannhunde. Sie suchen sich einen Chef aus, dem sie bei entsprechend konsequenter und gradliniger Erziehung sehr gut gehorchen. Noch ein wichtiger Punkt: Der Wikingerhund gilt als wetterfest. Ihm ist es egal, ob es regnet, stürmt oder schneit. Er fordert täglich seinen Auslauf ein. Also, sollte der Besitzer genauso strapazierfähig und robust sein wie sein Hund - unter dem Motto: WIE DER HERR - SO DES GESCHERR! ... Ein Tipp: Ende November 2003 ist das erste Islandhundebuch in Deutscher Sprache erschienen. Züchter aus Island und Deutschland berichten und erzählen Geschichten rund um den Islandhund. Neben wunderschönen Bildern gibt es auch viele nützliche Tipps. Ein Muss für jeden Islandhundefreund - bisher wurden über 300 Exemplare verkauft und in Funk und Presse darüber berichtet. Bestellen kann man das Buch unter: www.islandhunde-shop.de oder telefonisch bei: Silke Müller-Uloth, Tel.: 04106 / 676 91. Kosten: Euro 16,95 zzgl. Versandkosten (Euro 2,80).
|
||