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Der Islandhund, das fast unbekannte Wesen und Historie |
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Island wurde im 7. und 8. Jahrhundert entdeckt und besiedelt. Am Anfang von einigen wenigen irischen Mönchen, die sich dann zurückzogen, als die Wikinger die Insel für sich entdeckten. Da einige von ihnen sich dem damaligen König von Norwegen, Harald Schönhaar, nicht unterwerfen wollten, brachen sie auf und segelten Richtung Westen. Denn dem Gerücht nach sollte sich dort eine unbewohnte Insel finden, wo einige schon überwintert hatten. Einer dieser ersten Siedler, der auf der Insel sein Winterquartier aufschlagen mußte, nannte sie Island. Die Wikinger waren hervorragende Seeleute, die es mit ihren Langschiffen fertigbrachten, durch die großen Flüsse in Rußland bis zum Schwarzen Meer und zum Kaspischen Meer vorzudringen. Sie waren aber vor allem Bauern, Kaufleute, Handwerker und Seeleute und nicht die blutrünstigen Bestien, wie sie allgemein in der Geschichte dargestellt werden. Als diese Wikinger und Bauern nach Island übersiedelten, brachten sie ihr Gut und Habe mit, darunter ihre domestizierten Tiere, Rinder, Hühner, Schafe, Pferde und Hunde. Ein guter Hund war unerläßlich in diesem dünn besiedelten Land, um das Vieh hüten und treiben zu können. Wie aber die Hunde der ersten Siedler aussahen, darüber geben die Sagas wenig Aufschluß. Im Jahre 990 herrschte Hungersnot im Lande und in der Saga des Königs Olafur Tryggvason wird berichtet, dass die Tötung fast aller Hunde vorgeschlagen worden ist, denn wegen ihrer Vielzahl könnten viele Menschen von der Hungersnot gerettet werden, wenn ihnen zufallen würde, was die Hunde sonst fraßen. Die Hunde überlebten, weil die Bauern diesen Rat nicht gefolgt haben. In den Sagas sind nur diejenigen erwähnt, die durch ihre außerordentlichen Eigenschaften besonders hervortraten. Aus Irland bekam Ólafur pá (Pfau) einen kostbaren Hund namens Sámur, den er später an Gunnar von Hlidarendi schenkte (die Saga von Njáll). Obwohl seine Beschreibung nicht ausführlich ist, ist anzunehmen, dass es sich um einen irischen Wolfshund handelte, denen ähnlich, die es heute noch gibt. Am Ende des Spätmittelalters/Anfang der Neuzeit (Entdeckung Amerikas 1492 - Reformation 1517) ist der Islandhund schon ein begehrtes Exportgut, das besonders in England gefragt ist. Dort waren die Islandhunde besonders beliebt, hauptsächlich unter den Adeligen und sozial hochrangierten Familien, als Familien- und Begleithund.
Im Jahre 1492 schreibt Martin Beheim, dass die Isländer ihre Hunde
für Höchstpreis nach England, wo sie sehr beliebt sind, verkaufen,
als "chamber dogs for english ladies".
Olaus Magnus, Erzbischof in Uppsala, Schweden, ein weit über seine
Landesgrenzen bekannter Gelehrter, schreibt in seinem Werk über die
nordischen Länder im Jahre 1555:
In Island gibt es weiße Hunde, die langes, dichtes und weiches Fell
wie Wolle haben. Diese Hunde halten die Pfarrer und die Ehefrauen der
Machtinhaber zu ihrem Vergnügen, zudem der heilige Krysotomus den
Bischöfen und Pfarrern Erlaubnis zur Haltung jener Hunde erteilt
hat. In dem Buch "De Canibus Britanicus, Liber Unus", von John Caius (1570), wird der Islandhund auch erwähnt. Beschrieben wird ein isländischer Hund, bei dem man wegen des dichten Felles kaum Kopf oder Körper unterscheiden könne. Trotzdem seien diese Hunde, gerade auf Grund ihres seltsamen Aussehens sehr populär und begehrt, zum Nachteil der Spaniels und Begleithunde. In seinem Theaterstück, "Henry V", das Shakespeare um 1600 geschrieben hat, erwähnt er einen aus Island stammenden Hund mit aufrechtstehenden Ohren. Thomas Brown schreibt 1650, dass nicht nur der Islandhund als Familienhund importiert wird, sondern auch unter den englischen Schafzüchtern sehr gefragt ist.1755 stellt Count de Buffon die damals etwa 30 bekannten Hunderassen, darunter den Islandhund dar. Seine Beschreibungen sind so ausführlich, dass man heute noch die einzelnen Rassen wiedererkennen kann.
Als Eggert Ólafsson und Bjarni Pálsson, isländische
Naturwissenschaftler im Auftrag der dänischen Behörden, in den
Jahren 1752-1757 Island durchreisten, um die Bevölkerung und ihr
Gut und Habe zu registrieren und die Natur zu schildern, kam der Islandhund
nicht zu kurz. Das ist die erste ausführliche Beschreibung des Islandhundes.
Drei Sorten (Arten) des Hundes scheinen zu existieren: 1845 ist der Islandhund einer der 52 zugelassenen (registrierten) Hunderassen in England. Die ersten isländischen Gesetze den Hund betreffend wurden 1869, wegen Übertragung des Bandwurmes Echinococcus granulosus (Dipylidum caninum), auf die Menschen mit dem Schaf als Zwischenwirt, erlassen. Es wird angenommen, dass jeder 4-5 Isländer eine Bandwurmcyste in sich getragen hat. Zur gleichen Zeit wird der Preis eines guten Hüte- oder Treibehundes erwähnt: Für ein Prachtexemplar war man bereit ein Lamm, ein Schaf oder sogar ein Pferd zu zahlen. Diese Hunde hüteten nicht nur Hof und Kinder, trieben Schafe, Pferde und Vieh zusammen, sondern sie wurden auch als Rettungshunde eingesetzt. Im Jahre 1871 wird die Hundesteuer eingeführt, ausgenommen eine gewisse Anzahl von Hunden. 1869 gibt es ungefähr 24.000 Hunde, acht Jahre später sind sie nur noch 10.000. Ein Einfuhrverbot wird im Jahre 1901 erlassen. Schon damals wird davon gesprochen, dass der Islandhund selten geworden (ist) und nur auf abgelegenen Bauernhöfen vorzufinden ist.
Mark Watson, ein britischer Adeliger, fasste Interesse für Island
und reiste häufig durchs Land, am Anfang (1930) zu Pferd, hinterher
mit dem Auto. Um 1950 fiel ihm auf, dass die Islandhunde, die er früher
immer wieder gesehen hat, so gut wie verschwunden schienen, was ihn veranlasste,
die Sache selbst in die Hand zu nehmen, um die Rasse zu retten. Mit Hilfe
machte er einige Rüden und Hündinnen ausfindig, die er später
mit nach Kalifornien nahm (exportierte). Die Zucht verlief nicht wie erwünscht
und Watson kehrte nach England zurück, die übriggebliebenen
Hunde mitnehmend. Über Hunde, aus eigenen Annalen 1731: Eine merkwürdige Seuche hat sich vor einem Jahr von Búdir (Snaefellsnes) auf andere Gegenden ausgebreitet und bald stand fest, dass Füchse auch erkrankt waren, weil sie im zunehmenden Maße die Bauernhöfe aufsuchten und sich sehr komisch verhielten. Schafe und Rinder sind auch erkrankt. Viele haben eine bis drei Kühe verloren. Die Bevölkerung ist noch nicht erkrankt. 1766: Tollwut in Hunden, Katzen und Füchsen, alles geht ein, das von einem infizierten Tier gebissen wird. Eine sonderbare Seuche, die die Bevölkerung erschreckt, plagt den Osten zur Zeit. Dies ist eine unbekannte Seuche in Hunden und anderen Tieren und der Biss der betroffenen Tiere ist tödlich, sogar ein Mädchen ist daran gestorben. Den Ursprung meint man, suche man bei einem englischen Kapitän, der meinte, er sei bei einem Geschäft hintergangen worden. Er habe gegen die Hündin seines Widersachers einen Fluch ausgestoßen. Die Hündin erkrankte und hat ihre Welpen gebissen, beide sind kurz darauf eingegangen. Die Seuche wurde auch auf andere Hunde der Gegend übertragen und sprang von dort aus, auf andere Bezirke über. Als ein Mädchen ihren erkrankten Welpen pflegen wollte, ist sie von ihm gebissen worden und kurz darauf gestorben. Viele dachten, die Hunde seien von einem bösen Geist besessen. 1784: Überall auf dem Lande wird alles gegessen, was genießbar ist oder auch nicht. In dieser Not ißt man Pferdefleisch, Obdachlose essen Kadaver, die sie auf der Wiese finden, alte Fischknochen werden aus der Müllkippe ausgegraben, gekocht und gegessen, Fell, ausgediente Schuhe und Lederriemen wurden als Festmahl angesehen! Wurzeln werden ausgegraben und gegessen und überall werden Leute gesehen, die nach irgendetwas Essbarem suchen. Es ist auch bekannt, dass Leute Hunde gegessen und Schafshörner gekaut haben. 1862: Ein britischer Arzt, Dr. Leared, behauptet und sieht es als bewiesen, dass die Bandwurmcysten lebendig sind und sich aus den Eiern kleine Würmer entwickelt haben, die in gewissen Tieren besonders in Hunden leben. Die Bedingungen für die Ausbreitung dieser Würmer sind anderswo kaum besser als in Island, wo Schafzucht der Haupterwerbszweig der Bevölkerung ist und Hunde überall zum Hüten der Schafe eingesetzt werden. Das 18. Jahrhundert Im 18. Jahrhundert ging es aufgrund von Vulkanausbrüchen, Erdbeben, Hungersnöten und Seuchen bergab mit der Insel. Im Jahre 1703 wurde eine Volkszählung (die erste in der Welt) unternommen, die ergab, dass die Bevölkerungszahl von 80.000 auf 35.000 Menschen gesunken war. Jeder fünfte lebte unter dem Existenzminimum und 44% aller Bauernhöfe waren aufgegeben worden. 1724 begannen die sogenannten Mývatnseldar (Mývatn-Feuer), 1727, 1732, 1755, 1783 bebte die Erde mehr oder weniger. Lava und Ascheregen vernichteten Bauernhöfe, Felder und Vieh. 1783-1785 fing ein Ausbruch an, der in Island als Skaftáreldar bekannt ist, im Ausland als Laki-Ausbruch. Die Lava, die hier floß, ist die Größte in historischer Zeit überhaupt. Es war aber nicht der Lavastrom selbst, sondern der Aschregen mit seinem hohen Inhalt an Flour und eine nachfolgende Pockenepedemie, die Volk und Vieh fast ausgelöscht hatten. |
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