Islandhunde anders als andere Hunde?

von Silke Müller-Uloth


Es gibt in Deutschland zur Zeit ca. 600 Islandhunde. Bei uns sind sie eine seltene Hunderasse und wer unterwegs angesprochen wird, bekommt des Öfteren zu hören, das sei aber ein niedlicher Mischling. Ist da ein Collie oder ein Husky enthalten? Islandhund - diese Hunderasse hätte man noch nie gehört.

Die zahlreichen Anrufe von Islandhundebesitzern, die ich in den letzten 2 Jahren erhalten habe, drehten sich häufig um das Thema: Erziehung und Gesundheit des Islandhundes. Immer wieder bekam ich als Anfangsplädoyer von den Besitzern zu hören, dass Hundetrainer und Tierarzt angeblich überhaupt keine Ahnung vom Islandhund hätten. Sie wären nicht auf diese Rasse spezialisiert und könnten deshalb auch nicht helfen.

Mich versetzen diese Bemerkungen immer wieder in großes Erstaunen. Wieso soll dieser Hund so besonders und anders sein? Vielleicht nur weil er auf der Liste der aussterbenden Hunderassen steht und ursprünglich von einer Insel im Nord Atlantik kommt?

Der Islandhund ist in erster Linie ein HUND - genauer ein Hütehund. Er hat vier Beine, zwei Ohren, eine Rute, kann an den gleichen Krankheiten erkranken wie andere Hunde und er bedarf genauso einer hundegerechten Haltung und Erziehung.

Warum soll der Islandhund anders zu erziehen oder tierärztlich zu behandeln sein? Er besitzt seine rassespezifischen Eigenschaften und Aussehen, die es zu bewahren gilt. Aber das ist bei den zahlreichen Hunderassen, die es gibt, auch nicht anders.

Der Islandhund kann in einer normalen Hundeschule erzogen und trainiert werden. Die Kommandos, die er beherrschen sollte, damit das Miteinander zwischen Mensch und Tier prima funktioniert, sind genau die selben wie für eine Dogge oder einen Dackel. Der Wikingerhund ist lernwillig und begreift sehr schnell, was man von ihm erwartet wird. Ein geschulter Hundetrainer kann besser beurteilen, welches der richtige Weg ist, weil er das Wesen des Hundes in der Regel gut einschätzen kann. Und vieles lernt sich mit fachkundiger Hilfe wesentlich leichter und macht auch mehr Spaß. Früher galt der Islandhund als schwer erziehbar, aber heute wurde dieses Vorurteil zum Glück revidiert. Sollte der Hundetrainer von der "alten Schule" sein, so sollte es eine Herausforderung sein, die Behauptung zu widerlegen.

Von der tierärztlichen Seite her, wird sich immer wieder über die Wolfskrallen gewundert und manch ein Tierarzt rät dazu, diese zu entfernen. Hier gilt es Aufklärungsarbeit zu leisten. Die doppelten Wolfskrallen sind ein Rassemerkmal. Sie sind beim Islandhund recht stabil und helfen ihm beim Balancieren und Klettern. Sollte er sich trotzdem des Öfteren verletzen, könnte eine Amputation helfen.

Ansonsten kann der Islandhund sich genauso mit Krankheiten infizieren wie alle anderen Hunde auch. Er ist regelmäßig zu impfen und zu entwurmen. Sein Magen ist nicht widerstandsfähiger als bei anderen Hunden, obwohl er als Naturbursche gilt. Die Erbkrankheit HD ist auch gelegentlich, aber selten in dieser Rasse zu finden. Nur dass diese Hunde meistens bei physischen Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparates erst starke Schmerzen haben, bevor sie eine Störung anzeigen.

 

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