Erste Hilfe am Hund


Am 15.06.2002 fand der Erste Hilfe Kurs am Hund bei der Tierärztin Frau Schönrock in Hasloh statt.

3 Islandhunde, wovon sich 2 als "Übungsobjekt" geduldig zur Verfügung stellten, waren nebst ihren Besitzern mit von der Partie. 2 Teilnehmer kamen ohne Hund. Es ging um die Erstversorgung des Tieres bei Unfällen jeglicher Art, angefangen beim Kratzer bis zum Autounfall mit schweren Folgen für den Hund. Handgriffe, Vorgehensweise sowie die Untersuchung bis zum Verbandanlegen, wurden von Frau Schönrock anschaulich erklärt.

Kleine Tipps und Tricks gab es am Rande.

Unsere beiden "Patienten" Skundi und Bleikja erwiesen sich als sehr geduldig und ließen sich problemlos von jedem verbinden, Puls fühlen, Atemfrequenz messen, Lymphknoten abtasten, Gliedmaßen beugen und Schnauze zubinden.
Wichtiger Tipp: Jeder Hundebesitzer sollte eine breite Schnur oder eine nicht einschnürende Kordel im Auto haben, um dem verunfallten Hund ggf. die Schnauze zuzubinden, wenn dieser vor Schmerz und Angst um sich beißt. Dazu macht man eine Schlinge, legt diese dem Hund über die Schnauze und zieht zu. Dann wird die Schnur mehrmals um die Schnauze gewickelt. Dabei kreuzen sich die Schnurenden unter dem Kinn und oben auf dem Nasenrücken. Drei bis vier Wicklungen reichen. Die Enden werden hinter dem Kopf zusammengebunden. Bitte aufpassen, dass die Schnur nicht zu locker sitzt, da der Hund sich sonst schnell davon befreien kann.

Was tun bei einem Unfall?

Sich dem Hund so nähern, dass er nicht erschrickt. Abschätzen, ob dieser sich wehrt oder helfen läßt. Kommt keine Reaktion, wird zuerst die Mundhöhle kontrolliert. Dabei in Brustlage Erbrochenes herausnehmen, damit der Hund nicht erstickt. Dann die Atmung (ggf. Beatmung in der Seitenlage), den Puls (ggf. Herzmassage in Seitenlage), die Pupillen (sind sie weit, hat das Tier einen Schock) und die Schleimhäute (Bindehaut und Zahnfleisch; sind diese blaß - Schock) kontrollieren. Danach kann man den Hund auf Verletzungen hin untersuchen und nötigenfalls Wunden verbinden oder gebrochene Gliedmaßen schienen. Zum Transport sollte man den Hund auf eine Decke legen, um ihn hochzuheben.

Hier noch ein paar wichtige Referenzwerte des Hundes, damit man sich orientieren kann, wann ein Zustand als kritisch zu betrachten ist:

Temperatur normal: 38,0 - 39,0°C
Lebensbedrohlich: ab 42°C
Erste Hilfe: im kalten Wasser baden (event. mit Eiswürfeln); Eiswürfel rektal; Unbedingt den Tierarzt aufsuchen!

Puls: 80 - 120 / min. (kann im Bereich der hinteren Innenschenkel / Leistengegend gefühlt werden)
Lebensbedrohlich: < 70 und > 170
bei < 70 Herzmassage, aber in beiden Fällen: Unbedingt den Tierarzt aufsuchen!

Atmung: 15 - 30 / min
bei Atemstillstand Brustkorb rhytmisch belasten; Unbedingt den Tierarzt aufsuchen!

Schleimhäute sind normalerweise rosarot
blasse Schleimhäute und weite Pupillen Schock - 1 Stunde darf dieser Zustand max. andauern; Unbedingt den Tierarzt aufsuchen!

 

Die ersten Handgriffe - Wie lege ich einen Hund hin - und ...

... wie halte ich ihn richtig fest

Hier noch einmal: Erklärung der Handgriffe und des Ablaufes

... zum Hinlegen des Hundes

So hält man den Hund fest, damit man ...

... ihn vernünftig untersuchen oder verbinden kann

Alle Fragen wurden beantwortet

Wie untersucht man die Gliedmaßen des Hundes?

Genaues Inspizieren der Pfoten

Beugen der Gelenke, z.B. zum Lokalisieren der Verletzung

Anschauliche Erklärung der Handgriffe

Verbandanlegen - Skundi ist fast eingeschlafen

Ganz wichtig ist das gute Abpolstern ...

... der Zehen inkl. der Wolfskralle!

So sieht ein perfekter Verband aus

Skundi ließ sich geduldig "verarzten"

Dann wurde geübt

Auch Bleikja machte prima mit

Hier sieht man noch einmal wie der Hund gehalten wird

Das Verbandanlegen sieht schwieriger aus als es ist

 

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